äl Sinneswunderweg

Quelle: Knabe, Sebastian : Die zwölf Sinne des Menschen - Sinneslehre, URL: http://www.knabe-sebastian.de/Sinneslehre_Sebastian_Knabe.shtml (Stand: 02.01.2015).


Die 5 Sinne des Menschen





Wir brauchen unsere Sinne um uns in unserer Umgebung zurechtzufinden. Sie warnen und schützen, nähren und fördern uns. Ohne sie wäre das Überleben auf Dauer unmöglich.


Mit Ohren, Augen, Haut, Zunge und Nase nehmen wir ständig Informationen aus der Umwelt auf, welche dann im Gehirn verarbeitet werden und daraufhin zu einer Reaktion führen.


Da wir mit dem Tastsinn aber nicht nur eine Oberfläche ertasten können, sondern auch die Grenzen unseres Körpers begreifen, dass der Gehörsinn uns die Beschaffenheit eines Materials hörbar werden lässt, wenn wir auf dessen Oberfläche klopfen, dass der Geschmackssinn uns nicht nur befähigt, Scharfes von Süßem zu unterscheiden, sondern für feinste geschmackliche Nuancen empfindsam ist, dieses alles – und noch viel mehr – ist uns oft  nicht bewusst.



Unsere Sinne sind wichtige Werkzeuge, um sich die  Welt zu Eigen zu machen.

Sie sind es, wodurch das Leben zur Erfahrung wird!








* Tast- Sinn (taktile Wahrnehmung)



Der Tastsinn bezeichnet den Sinn, der für die Wahrnehmung von Berührungen, sowie Temperatur und Schmerz zuständig ist.

Er ist der erste sich entwickelnde Sinn. Embryos im Mutterleib greifen schon um sich, bevor Augen und Ohren überhaupt entwickelt sind.


Das Erlebnisfeld des Tastsinnes erstreckt sich über die gesamte Hautfläche, die mit einer Größe von ca. 2 qm gleichzeitig auch unser größtes Organ ist.


Beim Tasten empfindet der Mensch nicht die betastete Oberfläche, sondern die Veränderungen innerhalb seiner eigenen Haut. Der Tastsinn vermittelt damit als Sinneserlebnis eben Eindrücke im eigenen Körper.

Vor allem in den Fingerspitzen und der Zunge ist der Tastsinn besonders gut ausgeprägt. Er ermöglicht es, in vielen Situationen reflexartig zu reagieren, so zum Beispiel bei Verbrennungsgefahr.



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Die Haut

 


Die Oberhaut – ist die äußere Hülle und umschließt deinen Körper. Sie ist sehr stabil und enthält das harte Eiweiß Keratin.

In der Lederhaut , der mittleren Schicht befinden sich die Sinneszellen. Dadurch spürst du Druck, Schmerz, Wärme und Kälte.

Die Unterhaut ist die dritte Hautschicht. Hier findet die Blutversorgung statt.

Sie ist auch für die Temperaturregulierung wichtig.



Interessantes über die Haut:


Schwitzen trägt zur Abkühlung bei

Normalerweise wird ½ Liter Wasser pro Tag über die Haut abgegeben.


In der Unterhaut entstehen laufend neue Zellen. Innerhalb von 30 Tagen wandern diese an die Oberfläche. Oben angekommen bilden sie die Hornhaut und werden als Hornschüppchen abgestoßen. Im Laufe deines Lebens kommen so zirka 20kg zusammen.




Deinen Fingerabdruck gibt es auf der ganzen Welt kein zweites Mal!








* Hörsinn (auditive Wahrnehmung)


Als auditive oder akustische Wahrnehmung bezeichnet man die Sinneswahrnehmung von Schall durch Lebewesen.

Hören ist Grundlage der Kommunikation, des Lernen und Verstehens.

Außerdem bestimmen wir über den Hörsinn unsere Position im Raum und können ausmachen aus welcher Richtung Geräusche kommen.


Für die Wahrnehmung von Richtungen und das Hören in eine bestimmte Richtung sind zwei Ohren erforderlich. Alleine mit Hilfe beider Ohren kann auch die Bewegung von Schallquellen mehr oder minder eindeutig verfolgt werden.


Besondere Funktionen der Ohren sind zudem der Gleichgewichts- und der Drehsinn.







* Geruchs-Sinn(olfaktorische Wahrnehmung)



Mit Hilfe der Riech- Schleimhaut, die eine Fläche von etwa 5 cm² hat, kann der Mensch rund 10 000 Gerüche unterscheiden.

Riechen ist eine ganz feine Wahrnehmung des näheren Umfeldes und zudem ein Distanzsinn, denn eine Berührung ist für den Geruchseindruck nicht notwendig.


Riechen ist überwältigend, weil es gleichzeitig mit dem lebensnotwendigen Atmen stattfindet. Wir können einem Duft oder einem Gestank kaum ausweichen: "wegriechen", "nicht hinriechen" oder "losriechen" gibt es nicht.


Wir riechen auch nur gerade auftretende Gerüche, denn die Nase gewöhnt sich sehr schnell in eine Umgebung ein.

Trotzdem sind die Geruchseindrücke sehr intensiv. Die extrem kurzen Nerven von den Riechschleimhäuten zur Riechrinde im Gehirn sind ein gutes Bild für den "direkten Draht" des Riechens: An viele Gerüche können wir uns ein Leben lang erinnern und sie können sofort stärkste Gefühle wie Heimweh oder Ekel, Sympathie oder Antipathie auslösen.





* Geschmacks-Sinn (gustatorische Wahrnehmung)


Das Schmecken von in Wasser gelösten Substanzen ist mit mehr Aktivität als beim Riechen verbunden.

Die Geschmackseindrücke strömen nicht in uns ein, sondern entstehen, wenn wir etwas Kosten. Dabei dringen wir durch Zersetzen, Lösen und Verwandeln zur inneren Beschaffenheit der Stoffe vor.


Bei Menschen ist eine Vorliebe für die Geschmacksqualitäten süß und umami bereits bei Neugeborenen vorhanden, während gleichzeitig eine angeborene Abneigung gegen Bitteres und Saures vorliegt, die sich bei ihnen in einem mimischen Abwehrreflex ausdrückt und dem Versuch, entsprechende Flüssigkeiten auszuspucken.


Nicht nur die Geschmacksrichtung der Nahrung, sondern auch ihre Konsistenz, Temperatur und Geruch haben Einfluss auf unsere Geschmacksempfindung.


Die Ausbildung des Geschmacks beruht auf einem Lernprozess. Je häufiger in der frühen Kindheit eine Speise gegessen wird, desto stärker wird die Akzeptanz für ihren Geschmack. Wird dieselbe Speise mehrfach innerhalb eines kurzen Zeitraums gegessen, entwickelt sich jedoch eine zeitweilige Abneigung gegen dieses Gericht („psychische Sättigung“), sofern es einen ausgeprägten Eigengeschmack hat. Bei Grundnahrungsmittelnwie Reis oder Kartoffeln tritt dieser Sättigungseffekt deshalb nicht ein. Der Mechanismus verhindert bei gesunden Erwachsenen vermutlich eine völlig einseitige Ernährung.


Individuelle Vorlieben und Abneigungen entwickeln sich nur innerhalb des Rahmens, der durch die eigene Esskultur vorgegeben wird.

„Indem das spezifische kulturelle System Küche schon in der Kindheit erfahren wird und Bestandteil des gesamten Sozialisationsprozesses eines jungen Menschen wird, dient dies als Verhaltensnormierung auch später bei der Auswahl von Nahrungsmitteln und Speisen.

Der Essensgeschmack vermittelt daher nicht nur in der Kindheit, sondern auch noch später in der Welt der Erwachsenen ein Stück vertrauter sozialer Geborgenheit und der Einbindung in bestimmte ethnische und soziale Gruppierungen und Schichten.




Die Zunge

Die Zunge besteht hauptsächlich aus quer gestreifter Muskulatur, aus Nervenfasern und Blutgefäßen. Die unterschiedlich verlaufenden Muskelzüge ermöglichen außergewöhnliche Beweglichkeit und Verformbarkeit, außerdem hilft uns unsere Zunge beim Kauen und Schlucken.

Die Oberfläche der Zunge besteht aus einem mehrschichtigem Plattenepithel, dass sich in unterschiedliche Arten von Geschmacksknospen ausstülpt, den so genannten Papillen.







* Seh-Sinn (visuelle Wahrnehmung)



"Das Auge führt den Menschen in die Welt, das Ohr führt die Welt in den Menschen ein."

Lorenz Oken, (1779 – 1851)



Das Auge ist wohl das wichtigste Sinnesorgan des Menschen, über welches wir einen Großteil der Informationen über unsere Umgebung erhalten. Der Sehsinn ermöglicht es uns, diesen Text zu lesen, farbige Bilder zu sehen

und Entfernungen einzuschätzen. Unser Auge ist ein Wunderwerk der Natur: Der Vorgang des Sehens ist so komplex, dass es bis heute nicht gelungen ist, ein gleichwertiges Computermodell zu entwickeln, jedoch hat der Mensch vielerlei optische Apparate entwickelt, die nach ähnlichen Prinzipien funktionieren wie das Auge, z.B Foto- Apparate und Video- Kameras.

Wir können mit unseren Augen Farbe, Helligkeit, Lage, Entfernung, Bewegung, Oberflächenstruktur und Form eines vom Licht beschienenen Gegenstandes wahrnehmen.

Wie wichtig die Augen für unser Leben sind,können vermutlich nur diejenigen wirklich begreifen, denen das Augenlicht fehlt, denn der Sehsinn liefert uns rund 80 Prozent aller Informationen aus der Umwelt. Wir können etwa 150 Farbtöne aus dem Spektrum des sichtbaren Lichtes unterscheiden und bis zu einer halben Million Farbempfindungen kombinieren.

Das Sehen der Erscheinungen des sichtbaren Lichtes . Das menschliche Auge ist derart gestaltet, dass man den Eindruck haben muss, es sei direkt aus den Gesetzen der Optik gewachsen.

Der Mensch kann mit seinen Augen die Farbe, die Helligkeit, die Lage, Entfernung, Bewegung und Form eines vom Licht beschienenen Gegenstandes wahrnehmen. Die Qualität der Lichtdurchlässigkeit des Betrachteten gibt auch Aufschluss über die Oberflächenstruktur und die innere Beschaffenheit.

Menschen sind in erster Linie optisch orientierte Wesen. Das wird auch deutlich anhand einer Zahl: 70 Prozent der Gesamtzahl unserer Sinneszellen befinden sich in der Augennetzhaut.


Die Natur hat im Laufe der Evolution zahlreiche Augenmodelle hervorgebracht:


Grafik: Evolution des Auges (Quelle: SWR)

Evolution des Auges von der lichtempfindlichen Zelle zum Linsenauge



Die Bandbreite reicht von Lichtsinneszellen über linsenlose Gruben- oder Blasenaugen bis hin zum Linsenauge.

Im Tierreich kommen diese Augen heute noch in großer Vielfalt nebeneinander vor. Sogar innerhalb einer Tiergruppe kann fast das ganze Spektrum von Augentypen vertreten sein, von den primitivsten bis hin zu den am höchsten entwickelten Augentypen. So finden sich für alle Augenmodelle lebende Beispiele, die die Entwicklung des Sehens anschaulich machen. Manche Tiere erzielen außergewöhnliche Sehleistungen, die dem menschlichen Sehvermögen bei weitem überlegen sind





Wie funktioniert

der Sehsinn?





Eine Projektion unsere Umgebung trifft auf die Netzhaut,

welche auf der inneren Rückseite des Augapfels liegt und die Sinnes- Rezeptoren enthält. Ankommendes Licht löst in den Rezeptor- Zellen eine Reaktion aus. Durch komplizierte Verschaltungen mit anderen Zellen in der Netzhaut findet dabei eine Verarbeitung der Bildinformationen statt. Über den Sehnerv gelangen diese Informationen ins Gehirn. Dabei wird das ursprünglich auf die Netzhaut projizierte Bild in eine Vielzahl von Einzelheiten aufgetrennt. Gewisse Nervenzellen reagieren zum Beispiel nur auf senkrechte Linien oder auf Bewegungen. In den höheren Hirnregionen werden die einzelnen Bildfragmente unter dem Einfluss von Gedächtnis und Gefühlen zu einem neuen Bild zusammengesetzt. Erst dieses Bild wird wahrgenommen.












5 Sinne oder vielleicht sogar 12?

Neue Forschungserkenntisse über die Sinne des Menschen



Es gab und gibt viele Philosophen, Forscher und Mediziner die sich mit dem Thema Sinne einschlägig befasst haben. Johann Wolfgang von Goethe war einer von Ihnen, mit seiner Lehre von den Farben ist er wohl weltweit bekannt geworden.

Weiters ist auch Hugo Kükelhaus zu erwähnen. Er war ein deutscher Philosoph, Musiker, Schriftsteller und Handwerker der verschiedenste Geräte entwickelt hat welche der Schulung der Sinne dienen sollen. Einige davon findest du entlang des Sinneswunderweges. Dazu gehören die Pirouette , die Balancierscheibe, die Duftstelen und die Partnerwippe.



Auch der berühmte Antroposoph Rudolf Steiner hat sich viel mit den menschlichen Sinneswahrnehmungen beschäftigt und war einer der Ersten der neben den bekannten 5 Sinnen Hören, Schmecken, Riechen, Tasten und Sehen noch 7 weiter Sinne, die für das Überleben

des Menschen unverzichtbar sind, genauer erforscht hat.



Hier eine Auflistung der 12 Sinne aus Sicht des Antroposophen Rudolf Steiner:




Körpersinne          Umgebungssinne           Soziale Sinne


Gleichgewichtssinn     Wärmesinn                          Ichsinn

Bewegungssinn           Sehsinn                               Gedankensinn

Lebenssinn                   Geschmackssinn                 Sprachsinn

Tastsinn                        Geruchssinn                        Hörsinn



Die Dreigliederung der Sinne ist die pädagogisch interessanteste Gliederung.

Die oberen Sinne bauen auf einer gesunden Entwicklung der unteren auf. Bewegung fördert also nicht nur den Kreislauf, die Motorik usw., sondern vor allem auch den Intellekt.

Darum wird eine Förderung eines der oberen Sinne immer mit der Förderung der unteren Sinne beginnen müssen. Hat also beispielsweise ein Kind Legasthenie (Wortsinnes-Schwäche) kann man ihm mit motorischen Übungen (Eigenbewegungssinn-Stärkung) helfen.




* Statischer Sinn / Gleichgewichts-Sinn


Die Empfindungen, welche sich auf das Verhältnis des Menschen zur Schwerkraft beziehen, sind Wahrnehmungen des Gleichgewichtssinnes.

Er ist es, der ein Aufrechtstehen im Gleichgewicht von rechts - links, vorne - hinten und unten - oben ermöglicht. Durch ihn ist dem Kinde nach langer Zeit der Übung ein Privileg der Menschen möglich: das Stehen und der aufrechte Gang.

Er ist es auch, der uns im Fahrstuhl und Flugzeug die teilweise unangenehme Beschleunigungsempfindung gibt.


Das beständig neue Erzielen des Körpergleichgewichtes, wie zum Beispiel der senkrechten Kopfhaltung, geschieht im Regelfalle ohne unsere willentliche Kontrolle durch direkt vom Gleichgewichtsorgan "gesteuerte" Stellreflexe.


Die stetige aber kaum bewusste Empfindung des eigenen Verhältnisses zur Schwerkraft - also des eigenen Gleichgewichts - ist eine fundamentale Empfindung...




* Temperatur-Sinn


Alle Wahrnehmungen von
Temperaturveränderungen an der Körperoberfläche sind Empfindungen des Temperatursinnes.


Die Empfindungen sind oft sehr verzerrt, da sie von vielen Umständen, wie zum Beispiel der Wärmeanpassung der Hautnerven, der Wärme-Änderungsgeschwindigkeit, der Luftfeuchtigkeit, der eigenen Temperatur, der Umgebungstemperatur, sowie der seelischen Verfassung und letztlich auch der eigenen Erwartung abhängig sind.


Die Wärme strömt immer zum Kälteren und nur diese Strömung kann lokal im Vergleich zur Umgebung wahrgenommen werden. Ohne Berücksichtigung dieses Umstandes könnte man leicht zu dem Glauben kommen, tatsächlich objektiv gleich- warmer Schaumstoff und Stahl wären bei ihrem Betasten in der Temperatur unterschiedlich.

Diese Wahrnehmung ist keine Sinnestäuschung, sondern beruht auf der unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit der beiden Stoffe. Beim Stahl kann die Wärme viel schneller von der Hand ausströmen als beim wärmedämmenden Schaumstoff, darum wird der Stahl kälter empfunden.


Aus solchen Strömungsverhältnissen gewinnen wir Aufschluss über die innere Beschaffenheit von Stoffen und haben eine relative Temperatureinschätzung der Umwelt...




* Motorik-/Eigenbewegungs-Sinn


Die Wahrnehmungen der eigenen Bewegungen sind Eindrücke des Bewegungssinnes.

Mit diesen eigenen Bewegungen sind alle Lageveränderungen der Glieder zueinander, die Bewegungen des Kehlkopfes und sonstige Körperbewegungen gemeint. Nicht jedoch Bewegungen, welche der gesamte Körper im Sinne einer Ortsveränderung vollzieht. Ortsveränderungen finden im Bezug zur Umwelt statt und werden beispielsweise mit dem Gleichgewichtssinn wahrgenommen.


Das Kleinkind lebt direkt in den Bewegungen seiner Umgebung und kann Freude an ihnen empfinden. Da es gerade die Gesten und Bewegungen sind, die ein Kind ergreifen kann, ist der Eigenbewegungssinn als die Grundlage der Nachahmung zu verstehen.

Später dient dem Erwachsenen ein gut ausgebildeter Eigenbewegungssinn, um sich ein Bild vom Gegenüber machen zu können.

Wir lernen nämlich mit Kenntnis der eigenen Bewegungsdynamik wie Gesten, Mimiken, unserer Gangart und Körperhaltung auch die des anderen Menschen zu verstehen.


Es ist unser Bewegungssinn, der uns bei Anblick eines so leicht die Straße entlang springenden und hüpfenden Mädchens dessen Freude nachempfinden lässt...




* Sprach- oder Wort-Sinn


Die Wahrnehmung des Sprachsinnes ist das Heraushören und Erkennen von Lauten, Silben und Worten. Grundlage dieses Erkenntnisvorganges können Schriften, Gehörte Sprache - aber auch Zeichen, Bewegungen, Gebärden, Wimpelstellungen usw. sein.

Mit dem Wortsinn kann man im Wesentlichen auch nur die Sprachen wahrnehmen, die einem bekannt sind.


Als Illustration der Sprachsinneswahrnehmung nehmen wir einmal an, dass sich zwei Kinder eine Zeichensprache verabredet haben, und nun beginnen in dieser Zeichensprache miteinander zu kommunizieren. Wenn nun ein Beobachter als Dritter zugegen ist, werden ihm die Fingerbewegungen der Kinder zunächst eine Weile zufällig und bedeutungslos erscheinen. Aber irgendwann kommt der Moment - vielleicht ausgelöst durch verschiedene Wiederholungen einzelner Fingerbewegungen, wo der Beobachtende erkennt: es steht eine Bedeutung hinter den Bewegungen, sie sind Ausdrücke einer Kommunikation.

Diese Wahrnehmung mit dem Folgenden Erkenntnisprozess ist ein Tätigwerden des Sprach- oder Wortsinnes.




* Begriffs- oder Gedanken-Sinn


Das
Verstehen des Gedankens oder des Begriffes von Wörtern, Sätzen, Zeichen, Symbolen, Piktogrammen, Blicken usw. ist eine Tätigkeit des Gedankensinnes. Man benötigt einen relativ hohen Grad an Wachheit und Selbstbewusstsein, um den Gedanken zu fassen, der beispielsweise durch Schrift ausgedrückt wurde... Im Zuge seiner Forschungen ergänzte er die fünf allgemein bekannten, seit Aristoteles „klassischen“, mit äußeren Sinnesorganen verknüpften Sinnesfähigkeiten (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) um sieben weitere Sinne. Vier davon dienen besonders der haptischen Wahrnehmung und der Oberflächensensibilität; sie werden mittlerweile auch von der Physiologie anerkannt: Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn, Lebenssinn und Wärmesinn. Darüber hinaus postulierte Steiner drei Sinne, welche die menschliche Kommunikation ermöglichen sollen: Sprachsinn, Gedankensinn und Ichsinn.




* Vital- oder Gesundheits-Sinn (Lebens-Sinn)


Der Lebenssinn gibt dem Menschen ein Gefühl davon, wie es ihm geht und in welcher Verfassung sein gesamter Organismus ist. Gefühle wie Hunger und Durst sind typische Wahrnehmungen des Lebenssinnes. Alle Eindrücke des Lebenssinnes beziehen sich direkt auf das Allgemeinbefinden, auf den Status und die Konstitution des eigenen Körpers.



* Empathie (Ich-Sinn)


Die höchste Wahrnehmung der zwölf Sinne ist die Fähigkeit, die Wirkung einer Persönlichkeit zum Erlebnis zu haben. Der Ich-Sinn kann das Ich eines anderen Menschen unmittelbar empfinden. Gemeint ist damit nicht die Wahrnehmung des eigenen Ich-Bewusstseins oder der feststellende Eindruck: "er hat ein Ich" - sondern ein differenziertes, naives empfinden der Persönlichkeit...